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Ein ganz besonderes Yoga & Surf Retreat: #Trancalmate

Written by NOMB Surf

15/06/2022

Manche Begegnungen im Leben sollen einfach so ein. Im Fall von #Trancalmate sprach mich NOMB Surferin / Campköchin / Amiga Rahel Klein, aka Ray, an, ob ich mir vorstellen könne, einen Surftrip für Frauen mit Brustkrebs unterstützen zu können.

Natürlich konnte ich mir dies vorstellen, und somit lernte ich Anna Götz in einem gemeinsamen Videocall kennen. Was für eine inspirierende Frau!

Anna hatte die Idee, ein Yoga & Surf Retreat zu konzipieren, speziell designed für die körperlichen und mentalen Einschränkungen einer Brustkrebserkrankung und der weniger bekannten Genmutation BRCA I & II. Starke Idee, please meet Anna!

Gemeinsam mit Rahel und Anna formten wir #Trancalmate, ein 7 tägiges Yoga & Surf Retreat an der Westküste Galiziens im September 2022. In absoluter Starbesetzung wird dieses Retreat geleitet von Yogalehrerin & Triporganisatorin Anna, unterstützt von Chefköchin Rahel, unserem lokalen Surfguide Ramon und mir in der Funktion der Surfcoachin.

Da Anna Euch viel mehr erzählen kann über #Trancalmate, habe ich folgendes Interview mit Ihr geführt. Viel Spass dabei!

Aloha liebe Anna. Von Dir stammt die Idee des Yoga & Surftrips für Frauen, die Brustkrebs überwunden haben. Wie ist diese Idee entstanden?

Meine Ex-Nachbarin und Freundin Rahel hatte mir viel von Deinen NOMB-Surftrips erzählt und als wir uns dann mal zu dritt ausgetauscht haben, war total klar: Das passt einfach so gut, das machen wir!

Die Geschichte dahinter ist aber doch ein bisschen länger. Nach meinen Brustkrebs-Ops musste ich feststellen, dass ich nicht mehr richtig auf dem Bauch liegen konnte. Vor meiner Erkrankung habe ich leidenschaftlich gern Yoga gemacht und war auch mal surfen, aber beides war nicht mehr so möglich wie vor dem Krebs. Im Jahr nach meiner Behandlung habe ich dann eine Ausbildung als Yogalehrerin angefangen. Eine wahnsinnige Erfahrung!

Eigentlich wollte ich gar nicht unterrichten, sondern einfach so viel über Anatomie und Wechselwirkungen lernen, dass ich die Übungen auf meine Einschränkungen anpassen kann. Durch einen Zufall wurde ich dann gefragt, ob ich nicht Workshops für andere Krebspatient:innen geben möchte. Inzwischen unterrichte ich seit fünf Jahren und “Yoga für krummes Gemüse” ist entstanden.

Es macht unfassbar viel Spaß, anderen nicht nur körperlich, sondern vor allem mental die Möglichkeit zu geben, sich in ihrer Haut wieder wohl zu fühlen. Versteht man Yoga als ein mentales Training, dann hilft es, die eigenen und äußeren Grenzen besser zu erkennen, dann kann man sie meistens auch besser akzeptieren, seinen eigenen Weg damit finden, dankbar dafür sein.

Vor meiner Krebserkrankung war ich sehr sportlich und dachte immer: Geht nicht, gibt’s nicht. Nach OPs, Chemo, Bestrahlung und Hormontherapie sieht die Realität anders aus: Geht nicht gibt’s! Aber mit ein bisschen Glück gibt’s eben auch Leute, die mit einem genau dafür einen Weg finden! Krebs hin oder her, wir haben alle unsere Grenzen, die Frage ist doch, wie wir damit umgehen!

Und da kommt Surfen ins Spiel … am Surfen hat mich immer am meisten  fasziniert, dass wir nichts erzwingen können. Das Meer hat seine eigenen Regeln und Grenzen. Die Welle kommt, die Welle geht. Mal stehst du drauf, mal nicht. Aber was immer da ist, ist Demut vor der Kraft des Meeres, diese unfassbare Ruhe auf dem Wasser, das Warten auf den Moment, die überbordende Leichtigkeit, wenn er da ist, das unvergleichliche Licht, der Geschmack von salzigem Wasser, ein müder glücklicher Körper, und das Glitzern in den Augen von allen, die dir erzählen, wie sie das erste Mal dieses Gleiten gespürt haben.

Diese Kombination von Demut und Leichtigkeit, Ruhe und Fokus, von Grenze-Erkennen und über-sich-hinaus-wachsen, ist beim Surfen ähnlich wie beim Yoga. Angie hat offenbar einen ganz ähnlichen Ansatz wie ich, ihren Schülerinnen ihre Leidenschaft näher zu bringen, und sofort verstanden, worum es mir geht. Sie hat den Namen für unser Retreat in die Runde geworfen, der es einfach auf den Punkt bringt: Trancalmate, ein Wortspiel aus den spanischen Worten für Ruhe, Gelassenheit und Seele!

Praktizierst Du aktiv Yoga und gehst gerne Surfen? Und für welche Yoga bzw. Surflevel ist dieser Trip geeignet?

Ich mache Yoga als Morgenroutine jeden Tag zuhause. Manchmal nehme ich auch an Workshops mit einem bestimmten Schwerpunkt (Atem, Meditation) teil. Mein Vater war Surflehrer und ich liebe alles am, um und im Wasser. Ich war erst zwei Mal in einem Surfcamp und seit dem Krebs war ich noch gar nicht surfen, weil sich im Gesundungsverlauf einfach noch nicht die Möglichkeit ergeben hatte. Ich freu mich total auf unseren Trip!

Egal ob Anfängerinnen oder Fortgeschrittene – die Yoga- und Surfeinheiten sind für alle geeignet. Wir sind extra eine kleine Gruppe, damit Angie und ich auf alle einzeln eingehen und individuelle Lösungen finden können!

Und wen möchtest Du mit diesem Trip gezielt ansprechen?

Frauen, die entweder Brustkrebs haben bzw. hatten oder BRCA I/II betroffen sind. Gerade Operationen im Brustbereich führen oft zur Schwächung der Brust- und Rumpfmuskaltur, Verspannungen im Nacken oder Blockaden in Schultern und Brustkorb. Da können Yoga und Surfen gut unterstützen, wenn es achtsam begleitet wird. Und nicht zu unterschätzen: Die Riesenportion Leichtigkeit und das unfassbar große Glück, die einem selbst in einem kurzen Moment des Gleitens auf der Welle geschenkt wird!

Eine Herzensangelegenheit sind mir Teilnehmerinnen, die BRCA I/II betroffen sind, weil ich auch für diese Zielgruppe schon spezielle Workshops angeboten habe. Ich finde, es ist nach wie vor viel zu wenig darüber bekannt! BRCA I/II nennt man eine Genmutation, die familiären Brust- und Eierstockkrebs begünstigt. Präventiv gibt es die Möglichkeit, die Brüste und Eierstöcke entfernen zu lassen. So wird das Gewebe reduziert, das erkranken könnte. Medizinisch eine Riesenchance für die Betroffenen, aber eben auch ein langer, aufreibender Verlauf mit enormen Konsequenzen und Einschränkungen, die für Ausstehende kaum nachvollziehbar sind. Viele Betroffene müssen diese Entscheidung im Alter zwischen zwanzig und dreißig treffen. Da hat man normalerweise andere Themen. Es wäre schön, wenn wir dem ein wenig Trancalmente entgegen setzen könnten!

Wie werden wir auf die verschiedenen körperlichen und mentalen Voraussetzungen der Teilnehmerinnen eingehen?

Individuell und behutsam! Nach einer Krebserkrankung oder BRCA I/II-Feststellung dauert es eine ganze Weile, bis Körper und Geist wieder zur Ruhe kommen. Für viele ist es danach einfach nicht mehr selbstverständlich, sich in seinem Körper sicher zu fühlen.

Yoga kann da helfen, die eigenen Grenzen besser erkennen zu können und wieder ein positiveres Körpergefühl aufzubauen. Aus meiner eigenen Yogapraxis erinnere ich mich noch gut, wie herausfordernd konventionelle Yogakurse waren, bei denen ich einfach nicht mitgekommen bin: wenig Kraft, kaum Konzentration, asymmetrisch und wackelig, mein Körper hat sich irgendwie fremd angefühlt. Seitdem ich Yogakurse für Frauen mit Brustkrebs gebe, beobachte ich, wie wichtig es ist, Übungen individuell abzuändern!

Und beim Surfen ist es das Gleiche: alles kann, nichts muss! Angie hat jahrelange Erfahrung mit Gruppen mit speziellen Einschränkungen oder besonderen Bedürfnissen. Auch mit wenig Kraft und Ausdauer ist es großartig, auf dem Wasser in der Wärme zu treiben, die Schönheit der Natur zu genießen und sich vom Brett auf dem Meer in dieser Welt getragen zu fühlen.

Wie wird der Trip ablaufen? Erzähle uns doch was zum Programm, Unterkunft, Verpflegung etc.

Wir haben für die Woche ein ausgewogenes Programm geplant, das auch Zeit für Ruhe und Entspannung lässt. Es gibt jeweils eine Surf- und eine Yoga-Session am Tag. Am Abend biete ich zusätzlich eine kürzere Entspannungs-Session mit Meditation und Mantren an. Die Yoga-Sessions sind darauf ausgerichtet, dass die Teilnehmerinnen am Ende der Woche ein kleines, individuelles Programm mit nach Hause nehmen können, das sie alleine weiterpraktizierten können.

In der Mitte der Woche machen wir uns einen ruhigeren Tag, damit jede auch mal alleine die Umgebung erkunden oder einfach nur am Strand entspannen kann. Konzipiert ist die Woche für eine kleine Gruppe mit maximal 6 Teilnehmerinnen, damit wir beim Yoga und Surfen alle gut unterstützen oder korrigieren können. Gerade bei dieser Zielgruppe ist Angie und mir wichtig, auf jede Einzelne gut eingehen zu können!

Wir sind an der Westküste Galiziens in einem sehr schönen, einfachen Haus untergebracht. Ein traumhafter Spot, in den sich Rahel und Angie schon bei früheren Camps verliebt haben. Und das Haus passt zu meiner Art Yoga ohne Chichi – ich brauche keine Buddha-Figuren und Traumfänger, um in einen guten Yoga-Flow zu kommen. Viel wichtiger als Deko ist, dass der Strand in wenigen Gehminuten erreichbar ist und man sich auch mal zurückziehen kann. Durch die Lage nach Westen sind Sonnenuntergänge über dem Meer garantiert und bestimmt machen wir die ein oder andere Yoga-Session direkt am Strand.

Die Verpflegung übernimmt Rahel, meine Soulfood-Herzensköchin! Als wir noch Nachbarinnen waren, durfte ich mich quer durch ihre Kochkünste probieren und würde sagen, der Trip würde sich allein schon wegen der Verköstigung lohnen. Rahel kocht vor allem: bunt und glücklich! Uns erwartet morgens und abends frisches, sehr gesundes Essen, vegan und vegetarisch, mit viel Gemüse, Gewürzen und Gespür für Freestyle! Pluspunkt: Rahel backt begnadet gut Brot und Zimtschnecken;)

Melde Dich direkt bei mir, falls dieser Trip was für Dich ist oder Du Fragen hast bezüglich körperlichen Verfassung bzw. Kondition. Wie Du mich erreichen kannst, findest Du auf dem Flyer unten!

Ich freue mich riesig auf das Retreat und die gemeinsame Zeit am Meer. Eure Anna

Vielen Dank für Deine Zeit und Deine inspirierenden Worte, liebe Anna. Ich persönlich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal bei Dir bedanken, für Dein Vertrauen in mich als Coach & Mensch, diesen ganz besonderen Trip begleiten zu dürfen. Bis bald in Galizien!

Kleiner Zusatz: mit #Trancalmate möchten wir ein schönes und sicheres Umfeld schaffen, in dem die Seele und der Körper baumeln können. Wir wissen, dass es nicht für jeden finanziell möglich ist, an solch einem Yoga & Surf Retreat teilzunehmen, besonders nach einer Krebserkrankung und/oder Therapie. Für Interessentinnen mit schwächeren finanziellen Mitteln, gibt es die Möglichkeit, die Tripgebühr zu verringern, bitte sprecht Anna direkt an.

Du wirst an #Trancalmate nicht teilnehmen aber findest es eine super Aktion und möchtest diese unterstützen? Dann melde Dich gerne bei Anna, Rahel oder mir.

Durch finanzielle Spenden sind wir in der Lage, die Tripgebühr zu drücken und den Trip für mehr Frauen zugänglich zu machen. An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an unsere beiden privaten Spender, mit deren Hilfe wir es geschafft haben, dem Trip einen realistisch machbaren Preis geben zu können. Ein weiteres dickes Danke geht an unsere Amiga Miris von Rambling Visuals, welche uns ihre Kreativität, Arbeitszeit und guten Vibes schenkte, und das tolle & wahnsinnig treffende Logo für #Trancalmate entwarf. Alleine sind wir ein Tropfen, zusammen sind wir ein Ozean 💜

Sea you soon in Galizien!

Angie

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